Kommunikation ist (fast) alles
„Lass‘ das, das macht man nicht.“
Kommt dir die Aussage bekannt vor? Sprichst du manchmal so mit deinem Kind? Wie reagiert dein Kind darauf? Hast du den Eindruck, dass es dich verstanden hat und wirklich weiß, was du von ihm/ihr möchtest?
Wer ist eigentlich dieser „man“ und warum sprechen wir so häufig über ihn?
Wer das ist, kann ich dir auch nicht beantworten, ich weiß nur, dass du es nicht bist. Die Verwendung des Wortes „man“ in der direkten Kommunikation mit deinem Kind distanziert deine getroffene Aussage von dir. Für dein Kind klingt es so, als sprächest du über irgendjemanden. Du fühlst deine Aussage nicht, was dein Kind mit seinen feinen Antennen spürt und könnte deshalb annehmen, dass das Gesagte kein Gewicht hat. Dein Kind kennt diesen „man“ nämlich auch nicht.
Wir haben „man“ in unserer Kommunikation so kultiviert, dass das Wort zum alltäglichen Sprachgebrauch gehört. Mit Sicherheit gibt es Situationen in denen man das stilistische Mittel „man“ bewusst einsetzten und nutzen kann.
Bitte ersetze das “man” durch “ich”.
Mir geht es jedoch um die Gespräche zwischen dir und deinem Kind und darum, dass ihr euch richtig versteht. Meine Empfehlung: Bitte ersetze das „man“ durch „ich“. Um das Beispiel von oben aufzugreifen, könnte daraus folgende Bitte werden: „ICH möchte, dass du das (nenne anstatt des das hier gerne genau, was dein Kind unterlassen soll) sein lässt, weil du dich sonst verletzen könntest.“
Klare Worte
Deine klareren Worte sind für dein Kind dann zumindest in der Hinsicht nachvollziehbar, dass du klar kommuniziert hast, dass DU etwas von ihm/ihr möchtest und nicht der über allem schwebende „man“.
Für die noch Wissbegierigeren: Das Thema Selbstreflektion betreffend, kannst du dich hinterfragen, falls es dir nicht sowieso schon aufgefallen ist, in welchen Situationen du „man“ verwendest. Wie fühlst du dich in dieser Situation? Erinnerst sie dich an eine selbst erlebte Situation?